Mr. President, you are fired!

Wie sich die Welt in ein paar Tagen verändern kann. Ja, das ist faszinierend. Der Wahltag am 03. November 2020 in Amerika wird große Auswirkungen haben auf unsere Welt und sicherlich auf das Leben von Transpersonen.

Wie komme ich dazu, die Präsidentenwahl in Amerika mit dem Thema Transgender in Verbindung zu setzen? Ganz einfach!

Bei ihrer ersten Rede, die Kamala Harris als Vice President elect gehalten hat, hat sie dezidiert über Transmenschen gesprochen. Sie hat sie mit einbezogen in ihr eigenes Weltbild und versichert, dass sie sich um das Thema Transgender kümmern werde und für ein selbstbestimmtes Leben von Transpersonen eintreten werde.

Ein paar Tage danach hat auch President elect Joe Biden das Thema Transgender aufgegriffen und versprochen, dass er es in den Fokus seiner Politik rücken werde.

Das ist hervorragend.

Wenn das Thema Transgender in der großen Politik angekommen ist und eine Vice President elect es während ihrer ersten Rede vor Publikum zu IHREM THEMA macht, dann sind das die besten Zeichen für eine selbstbestimmte, erfolgreiche und glückliche Zukunft aller Transpersonen in USA mit großer Signalwirkung auf den Rest der Welt.

USA ist seit den 50er Jahren die Wiege der QueerBewegung und wird diese Vorreiterstellung durch das neue Präsidententeam weiter ausbauen.

Es ist DAS SIGNAL für ALLE MENSCHEN.

Es ist der Mensch der zählt.

Trans first! YEAH!

Danke Kamala!

Transgender Day of Remembrance 2020

Wir schreiben den 20. November 1998 – ein grauer Tag, verregnet und trist – wird er als „Transgender Day of Remembrance“ in die Geschichte der weltweiten Queer-Bewegung eingehen.

Was ist passiert an diesem verhängnisvollen Tag?

In Allston, einem Vorort von Boston, geschieht ein grausamer Mord, der seither von offizieller Seite einfach totgeschwiegen wird, gäbe es nicht den „TDOR“!

Boston, eine bedeutende Stadt an der amerikanischen Ostküste. Heimat der berühmten Harvard Universität und Boston Universität. Die Studienstadt von John F. Kennedy. Mit dem Boston Symphonie Orchestra und den Boston Pops eine musikalische Hochburg der USA – reich, demokratisch, liberal, offen und trotzdem ist ES genau dort passiert.

Eigentlich eine sichere Stadt. Mit einem Bevölkerungsanteil an 44,96% Katholiken, 4,77% Protestanten, 3,58% Juden, 2,10% Baptisten und 1,97 % Muslimen birgt sie wenig Konfliktanteil. Vielleicht ist es aber gerade die katholische Übermacht, die der Lokalberühmtheit, Performerin und Künstlerin Rita Hester zum Verhängnis wurde.

Wir wissen es nicht.

Über den Tod von Rita Hester, die am 20. November in ihrer Wohnung in Allston grausam ermordet wurde, wird immer noch ein Mantel des Schweigens gehüllt. Weder auf der Wikipedia Seite von Allston, noch auf der Seite von Boston findet sich ein Hinweis auf das Schicksal der inzwischen berühmten Tochter dieser Stadt.

Rita Hester geb. 1968, war eine Performance Künstlerin und Transfrau mit afroamerikanischen Wurzeln, die in den Bars downtown Boston gern gesehen war. Ihr grausamer Mord, an dessen Folgen sie am 28. November 1998 gestorben ist, wurde nie aufgeklärt, statt dessen von offizieller Seite der Mantel des Schweigens darüber gelegt.

Deshalb ist es ein Segen, dass Gwendolyn Ann Smith, eine Transfrau, die als Grafikdesignerin, Kolumnistin und Aktivistin in San Francisco arbeitet, den Mord an Rita Hester zum Anlass genommen hat und das Internet-Projekt „Remembering Our Dead“ initiierte. Daraus hat sich zu Ehren von Rita Hester der internationale „Transgender Day of Remembrance“ entwickelt.

Seitdem wird jedes Jahr am 20. November des Todes von Rita Hester und anderer Opfer transphober Gewalt gedacht. Inzwischen ist daraus eine weltweite Bewegung mit beeindruckenden Aktionen geworden.

Typischerweise wird am „TDOR“, wie der Gedenktag auch genannt wird, vor Ort eine Liste von Menschen vorgelesen, die im vergangenen Jahr ihr Leben auf Grund transphober Gewalt verloren haben. Trauermärsche, Lichterketten, Kunst- und Filmaufführungen ergänzen diesen besonderen und wichtigen Aktionstag.

Der „Transgender Day of Remembrance“ ist inzwischen zum Höhepunkt einer gesamten Aktionswoche geworden.

Mein Fazit:

Das Erinnern an Ungerechtigkeiten ist die wichtigste Voraussetzung für eine Veränderung zum Positiven. Deshalb sind wir ALLE aufgefordert, gegen das Vergessen aufzustehen und mit Aktionen und Aktivitäten die Erinnerung an Rita Hester aufrecht zu erhalten.

Für eine freie und selbstbestimmte Gesellschaft!