Unsere Kinderbotschafterin Julana ist elf Jahre alt.

Jetzt hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie ihre Geschichte, ihren Weg zum Mädchen, das schon immer in ihrem Herzen gelebt hat, erzählt.

In einer ersten Preview hatte Julana die Gelegenheit, aus ihrem Buch vorzulesen und beantwortete hinterher auch Fragen dazu.

In der Passauer Neuen Presse wurde im Feuilleton ein Artikel darüber veröffentlicht, worüber wir uns sehr freuen. Geht es doch vor allem und immer wieder um die Sichtbarkeit, damit das, was wir vielleicht als exotisch erachten, irgendwann zur Normalität wird. Auch Julana hat in ihrem jungen Alter bereits erkannt, dass es wichtig ist, wahrgenommen zu werden. Sie selbst hat sich vor ihrem Coming-Out oft alleine und unverstanden gefühlt, wusste nicht, dass es viele andere Menschen gibt, die so fühlen wie sie und denen es genau so oder ähnlich geht wie ihr.

Das erleben wir in unserer Arbeit mit trans* Menschen immer und immer wieder. Sie denken zu Beginn ihrer Reise zu sich selbst oft, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, dass es nur ihnen so geht und dass sie sich damit abfinden müssen.

DAS STIMMT ABER NICHT!

Trans* Menschen gibt es in jeder Kultur, jedem Bereich der Erde, überall dort wo Menschen sind. Die Frage ist nur, ob sie bereits erkannt haben, dass sie trans* sind und ob sie ein Coming-Out haben (können). Das ist leider nicht allen vergönnt, aus den unterschiedlichsten Gründen.

Julana möchte vor allem anderen Kindern, denen es so geht wie ihr, zeigen, dass sie nicht alleine sind und dass es in Ordnung ist, so zu fühlen, wie sie fühlen.

Julana ist ein elf Jahre altes Mädchen – von dem wir noch viel lernen können!

Aus der Sozialpsychologie wissen wir schon lange, dass alles Angst macht, was wir nicht kennen.

Deshalb ist die größte Hürde bei der Einführung von neuen Dingen, Methoden oder auch Themen in die Gesellschaft „die, der, das Unbekannte“.

Mit anderen, zugegeben sehr drastischen, Worten aus meiner bayerischen Heimat:

„Was der Bauer ned kennt, des frisst a ned.“

Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir alle dazu beitragen, dass unser Thema der Transgeschlechtlichkeit in der Öffentlichkeit sichtbar ist, um auf ganz natürliche Weise vom Status „neu und unbekannt“ auf Status „bekannt“ zu wechseln.

Dazu  müssen wir runter von unserer Insel, raus aus der eigenen Bubble und rein in die Öffentlichkeit.

IMMER und IMMER WIEDER.

Trans* Personen müssen sichtbar sein. Sie müssen Teil unserer Gesellschaft werden. Ganz selbstverständlich.

In der Sozialpsychologie nennen wir dieses Phänomen das Normalitätsprinzip. 

Erst wenn trans* Personen immer wieder in der Öffentlichkeit stehen, werden sie als Teil dieser Gesellschaft wahrgenommen. Parallel zu diesem Prozess der Einführung ist es unsere Aufgabe aufzuklären. Wir müssen Daten und Fakten liefern, müssen aufklären und informieren.

Das wiederum nimmt dem Thema und der Community das Schicksal der Legendenbildung und der Gerüchteküche.

Wenn wir sachlich und fachlich informieren, dann ist das die beste Prävention gegen Transphobie, Ausgrenzung und Frust.

Es ist unsere Aufgabe zu zeigen „wer wir sind“ und für Menschen, die es interessiert, warum wir „genau so sind wie wir sind“.

Deshalb freuen wir uns über jede Möglichkeit der Kommunikation und Sichtbarkeit.

Danke an „queer Niederbayern e.V.“, dass ihr mit eurer Veranstaltung ein Zeichen setzt und dem Thema der Transgeschlechtlichkeit Sichtbarkeit gebt.

Und nun freuen wir uns auf viele interessierte Besucher*innen.