Ja, es gibt sie, die Vorzeigekarrieren der Frauen und Männer, die es geschafft haben, ihre Selbstbestimmung und Identität zu erlangen und ihre Führungspositionen in Organisationen und Unternehmen zu behalten, obwohl sie Transmenschen sind.

Auch auf den einschlägigen LGBTI Karrieremessen wie der „Sticks&Stones“ leuchten die Regenbogenfarben von jeder Präsentation. Die Besucher*innen sind angetan, um nicht zu sagen begeistert. Alle großen Marken sind vertreten – Handelsketten, Telekommunikationsriesen, Pharmakonzerne, Luxuslabels…..und alle betonen sie unisono:

WIR WOLLEN DICH!

Puh, da fällt Frau/Mann doch ein Stein vom Herzen. Sie wollen mich! Das kommt selten vor, wenn man „Trans“ ist.
Die persönliche Erfahrung ist dann doch eindeutig eine andere.

Und nun bestätigt eine neue Studie, die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), zusammen mit der Universität Bielefeld durchgeführt worden ist, ein sehr erschreckendes Ergebnis:

40% der Transmenschen werden am Arbeitsplatz gemobbt und/oder sexuell belästigt.

Puh, das ist starker Tobak und entspricht leider den persönlichen Erfahrungen vieler Betroffener. Die Folge ist, dass immer noch viele Transmenschen davor zurückschrecken sich endlich zu outen. Sie halten aus Angst vor den Folgen für ihre Karriere am Doppelleben fest, mit all den negativen Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden und ihr Lebensglück.

Wo ist sie – unsere liberale Lebenseinstellung?
Wo ist es – unser Recht auf Selbstbestimmung?

Ist unsere Gesellschaft gerade dabei einen Rückschritt zu machen – einen Rechtsruck zurück in finstere Zeiten?

Fakt ist:

Es gibt viel zu tun!

ALLE Menschen, denen eine freie Gesellschaft ohne Diskriminierung wichtig ist, MÜSSEN jetzt zusammenhalten.
Jede/r ist an seinem Arbeitsplatz und in seinem persönlichen Umfeld dafür verantwortlich, dass er/sie einer Diskriminierung von Transmenschen in jeder Form eine Abfuhr erteilt.

Das können kleine, bissige Bemerkungen sein, böse Witze, abschätzige und beleidigende Worte und Begriffe, Getuschel und Gerede!
Wenn du Diskriminierung anderer Menschen in deinem Umfeld hörst und siehst, dann musst DU JETZT, HIER und HEUTE deinen Mund aufmachen und dich dagegen verwehren.

Wenn keiner beim kollektiven Getratsche der Alltagsdiskriminierung  mitmacht, dann hört sie wie von selbst auf!

Alltagsdiskriminierung ist der Nährboden für Diskriminierung, Ausgrenzung, Mobbing und sexuelle Belästigung.

Heute ist es dein Kollege, deine Kollegin, gegen den/die gehetzt und getreten wird, schon morgen kannst du es sein, weil den ewig Gestrigen und rechten Hetzern deine Nase nicht passt.

Wer passiv schweigt, wenn über andere geredet wird, macht sich mitschuldig und ist mitverantwortlich!

Im Übrigen:

Unsere SK Welcome Home Stiftung hat sich genau diesem Thema verschrieben:

Karriere und Karriereerhalt MüSSEN für jeden Transmenschen ganz selbstverständlich möglich sein.

Es gibt viel zu tun – in den Unternehmen, in den Vorstandsetagen, in den Personalbüros aber vor allem auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen.

Lasst es uns anpacken!

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