Eine Gesellschaft taut auf – die Geschichte einer Metamorphose

Wir schreiben das Jahr 2019 und leben in Europa.
Die Gesellschaft ist aufgeklärt, offen und frei. Die Menschen streben nach Selbstbestimmung und einem Leben, das den eigenen Lebensentwürfen eine Chance verleiht.

Wir schreiben das Jahr 2019 und leben in Europa.
Es gibt ein Thema in unserer Gesellschaft, von dem man in diesem Jahr häufiger liest – Transgender.

  • Es gibt einen ersten Film, die Biografie der Anastasie Biefang, einer Oberleutnantin, deren Weg vom Befehlshaber zur Befehlshaberin bei der Bundeswehr dokumentiert wird. Dieser Film erobert gerade die Filmfestivals.
  • In den Printmedien, Rundfunk und Fernsehen hören und lesen wir von Tessa Ganserer, einer Landtagsabgeordneten im Bayerischen Landtag, die ihre aktuelle Legislaturperiode noch als Mann begonnen hat.
  • Im Juni 2019 haben wir 50 Jahre Stonewall gefeiert. Ich habe dieses Jubiläum in New York erlebt und gefühlt und gespürt, wo der Unterschied liegt zum Regenbogenfeeling in Europa und speziell in Deutschland und einer Stadt wie New York. Die ganze Stadt, inkl. der Schaufenster auf der 5th Avenue mit den ganz großen Marken haben sich dem Regenbogen verschrieben. Im Gegensatz zu Deutschland, wo man sich als etablierte Marke nicht wirklich traut, sich zum Regenbogen und Transgender zu bekennen.

Wir schreiben das Jahr 2019 und leben in Europa.
Die “SK WelcomeHome – die Transgenderstiftung” wird gegründet. Sie kümmert sich um die Öffnung der Gesellschaft für das Thema Transgender. Eine wichtige Arbeit. Da eine Stiftung Geld braucht, bemühen wir uns um Sponsorengelder und hören viele denkwürdige Original – Töne:
„Ich weiß nicht, ob es unserer Marke gut tut, wenn wir mit dem Thema Transgender in Verbindung gebracht werden?“
„Wenn Sie was für Kinder oder Krebskranke tun würden, ja, dann wären wir sofort dabei.“
„Hm, ich weiß nicht so recht? Kommen Sie doch nächstes Jahr wieder. Dann schaue ich mir das noch mal an.“
„Schon schwierig, sehr schwierig. Ich glaube, das ist nichts für uns.“

Wir schreiben das Jahr 2019 und leben in Europa.
Ein Rechtsruck geht durch die Lande. Bei den Landtagswahlen in Thüringen wählt jeder Vierte die AfD, eine Partei, die sich offen dazu bekennt, dass Schluss ist mit dem Regenbogen, wenn sie das Sagen hat. Es gibt immer wieder Angriffe auf Schwule, Lesben und trans* Personen – sowohl verbal als auch körperlich.

Wir schreiben das Jahr 2019 und leben in Europa.
Leute! Reißt euch am Riemen! Habt ihr gehört? Wir schreiben das Jahr 2019 und leben MITTEN IN EUROPA. Bekennt euch endlich dazu,

  • dass wir in einem freien Land leben!
  • dass JEDER und JEDE das Recht hat, so zu leben, wie es für sie/ihn richtig ist!
  • dass es verschiedene Lebensentwürfe gibt, die alle ihre Berechtigung haben!
  • dass es Vorurteile gibt, die wir alle gemeinsam überwinden müssen!

Wir müssen ALLE ZUSAMMEN helfen und die nächsten gemeinsamen Schritte gehen,

  • dass trans* Menschen dazugehören und ihr Leben so leben können, wie wir alle das vom Leben erwarten – in Selbstbestimmung, Glück und Zufriedenheit.

Wir schreiben das Jahr 2049 und leben in Europa
Die Metamorphose einer ängstlichen Gesellschaft ist endlich abgeschlossen. Trans* Menschen erzählen ihren Kindern,

  • wie schlimm es für sie früher war,
  • als man sie auf der Straße komisch angeguckt hat,
  • als sie dafür kämpfen mussten einen Pass mit ihrem richtigen Namen zu bekommen,
  • als man sie am Arbeitsplatz vor die Tür gesetzt hat.

Die Kinder gucken sich erstaunt an und lächeln in sich hinein. Ach, die Mama übertreibt wieder mal. Was wird da schon schlimm gewesen sein. Das gibt es doch gar nicht!

Die “SK WelcomeHome – die Transgenderstiftung” feiert ihr 30 jähriges Jubiläum mit einem tollen Fest in der Olympiahalle in München. Tausende Besucher*innen feiern zusammen mit der Stiftungsgründerin Sabina Kocherhans, die dann 70 Jahre alt ist, DASS DER STIFTUNGSZWECK umgesetzt wurde.

Die Stiftungstante Eva-Maria Popp, die als „Hebamme“ bei der Schwangerschaft und Geburt der Stiftung tatkräftig mitgeholfen hat, ist 91 Jahre alt und als Ehrengast anwesend. Sie erfreut sich bester geistiger und körperlicher Gesundheit. Als begeisterte Tänzerin ist sie ganz vorne mit dabei, wenn der Stiftungssong gespielt wird und das Publikum in der Halle rockt und tanzt!

Sie lächelt und erinnert sich an die aufregende Zeit damals, als alles begann – am 30. November 2019 in der Reithalle in München.

Der erste Herzschlag der Stiftung mit einer großen CharityGala. 250 Gäste waren damals gekommen, um die Stiftungsgründung zu feiern……….und jetzt…….30 Jahre später feiern Tausende und Abertausende die erfolgreiche Metamorphose des Themas Transgender.

Wow! EINFACH NUR WOW

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