Klartext! – von Eva-Maria Popp

Wie ist das Glas? Halbvoll oder Halbleer? Mein Glas ist IMMER halbvoll. Das ist meine Einstellung dem Leben und dem Schicksal gegenüber.

Leider treffe ich oftmals Menschen, deren Glas halbleer ist. Das ist schade. Interessant ist, dass sie mir den Zustand ihres halbgefüllten Glases anlasten wollen. Leute, DAS nehme ich nicht an!

Deshalb spreche ich heute Klartext!

Ich arbeite als Projektleiterin für die “SK WelcomeHome – die TransgenderStiftung”, die gerade von Sabina Kocherhans gegründet wird. Sabinas Team und ich tun ALLES dafür, dass wir das Thema Transgender in der Gesellschaft publik machen und damit einen wichtigen Beitrag leisten, dass ein Transgenderleben leichter wird. Sabina nimmt eine Menge Geld in die Hand und steckt viel Zeit und Energie in dieses Projekt. Davon geht mit Sicherheit eine große Signalwirkung aus für all diejenigen, die noch wenig über das Thema Transgender wissen.

Ich finde das Klasse und freue mich sehr darüber, dass sich in der Szene etwas bewegt.

Allerdings muss ich feststellen, dass unsere Energie, die wir in das Stiftungsprojekt stecken gewaltig gebremst wird von Betroffenen, die sich an Kleinigkeiten stören, daraus einen Elefanten machen, der dann als Riesenhindernis vor dem Stiftungserfolg steht.

Muss das sein?

Bitte geh` in dich, bevor du alles zerredest. Die Welt hängt NICHT von Begrifflichkeiten ab. Ich bin nicht aus der Szene. So kann es sein, dass ich Einiges nicht weiß und in deinen Augen eine falsche Frage stelle oder einen falschen Begriff verwende. So what! Dann erklärst du mir eben die Zusammenhänge und klärst mich auf. Leute, nehmt euch an den Händen und nehmt die Energie auf, die Sabina in die Transgenderstiftung steckt! Wenn wir ALLE an einem STRANG ziehen und alle ein halbvolles Glas haben, dann wird eine Menge passieren. Die Kraft und die Energie wird sich potenzieren. Zum Wohle aller!

By the way – am 30. November 2019 kannst du in der Reithalle in München bei der großen Stiftungsgala dabei sein. Dort wirst du erleben, wie wir aus einem schweren Thema ein leichtes machen.

Ja, die Tickets sind ihr Geld wert, denn die Einnahmen fliessen zu 100% in unsere Stiftung! Wenn du das Geld für das Ticket nicht hast und trotzdem dabei sein willst, dann melde dich bei uns! Es gibt so viele Möglichkeiten sich einzubringen.

Mein Fazit: Es ist deine Entscheidung, ob du DEIN Glas halbvoll ist oder halbleer.

Und nun: Wir freuen uns auf eine tolle Zusammenarbeit mit dir. Gemeinsam sind wir stark.

Julien ist jetzt Julana – Ein Vater erzählt:

„Es gibt Tage im Leben, die man nie vergisst. So geschehen am 11.01.2019. Es war ein Freitag, der für mich als Vater sehr turbulent war und mit einem Verlust und einem Gewinn enden sollte:

Ich wurde gegen 11 Uhr in die Schule gerufen: Mein Sohn Julien hatte starke Bauchschmerzen und ich sollte ihn abholen. In der Schule angekommen übergab mir die Schulbegleiterin für die Integration von Inklusionskindern
meinen Sohn mit den Worten „Julien hat starke Bauchweh. Und er hat sich heute Vormittag vor die Klasse und die Lehrerin gestellt und gesagt: Ich bin jetzt ein Mädchen und will so behandelt werden.“

Danach habe der Schulsozialarbeiter ihn dazu befragt, und darauf hatte er Bauchweh. Ich schwankte zwischen Wut auf die Lehrkraft und den Sozialarbeiter und Bewunderung für meinen Sohn. Dazu kam eine gewisse Panik:

Wie sollte ich reagieren?

Okay, erst mal die Gesundheit meines Kindes, dann sehen wir weiter. Ich nahm also Julien an die Hand, bedankte mich bei der Schulbegleiterin und wollte gehen. Dabei lief mir dann die Klassenleiterin hinterher und meinte, sie müsse ganz dringend mit
mir sprechen. Ich anwortete ihr sehr bestimmt, dass mein Kind krank sei und dass dies wichtiger sei, als das Gespräch mit ihr. Zum Verständnis trägt vielleicht bei, dass das Verhältnis zwischen der Lehrerin und mir nicht das Beste ist.

Auf der Heimfahrt informierte ich meine Frau in Kürze über die turbulenten Ereignisse, und ließ mir von Julien erzählen, was passiert war. Und dann kam das, was ich und meine Frau schon lange vermutet hatten:

Das Outing.

„Papa, ich habe heute in der Schule gesagt, dass ich ein Mädchen bin und du weißt ja, dass ich das schon öfter zu euch gesagt habe, dass ich so sein will, und mein Bauch sagt das auch!“ …

…sicher sind Sie, liebe Leserinnen und Leser, nun ähnlich sprachlos und verwirrt. Ähnlich wie der betroffene Vater, die Lehrerin und der Sozialarbeiter.

Besser als mit diesem Brief eines betroffenen Vaters könnten wir, von der SK WelcomeHome – die TransgenderStiftung,  es nicht beschreiben. So wichtig ist es, dass wir alle über das Thema Transgender Bescheid wissen und aufgeklärt sind.
Transgender kann ALLE Schichten der Bevölkerung, alle Familien und alle Menschen treffen. Vor allem auch Kinder sind betroffen. Julien ist jetzt Julana. Zum Glück hat sie Eltern, die sich mit ihrer Geschichte identifizieren und verstehen wollen und auch verstehen.
DAS ist die beste Voraussetzung für Julana und ein selbstbestimmtes Leben.

Im Übrigen…..die ganze Geschichte von Julana lesen Sie im neuen Stiftungsbuch „Vom Slumgirl zur Botschafterin – one voice – one heard – Transgender“.
Es erscheint am 30. Novebember 2019.

Unterstützen Sie uns bei der Herausgabe dieses Buches und spenden Sie auf Kickstarter!